Große Hilfe für kleine Attraktion

Seit dem Jahr 2012 leistet der Vogtlandkreis aktiv  große Artenschutzhilfe für eine kleine Attraktion: die akut vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel.

In einer Zuchtstation im Oberen Vogtland läuft der komplizierte Vermehrungszyklus der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera).

Die Station wurde eigens für diese Artenschutzarbeit ausgebaut. Hier kann die Zucht unter kontrollierten Bedingungen außerhalb des natürlichen Lebensraumes ablaufen.

Die Flussperlmuschel gilt als europaweit gefährdete Art.

Bundesprojekt schützt Flussmuscheln

Als Umsetzungspartner ist der Vogtlandkreis in diesem Zusammenhang an einem sächsisch-bayerischen Projekt zum Schutz zweier Großmuschelarten beteiligt:

 

  • Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera)
  • Malermuschel (Unio pictorum)

Dieses Projekt läuft seit 2015 im Vogtland, in der Lausitz und in Niederbayern. Beteiligt sind neben dem Vogtlandkreis sieben weitere Umsetzungs- und Forschungspartner. Koordinator ist die Technische Universität Dresden.

Ziele der Muschelnachzucht

Mit den im Oberen Vogtland gezüchteten Muscheln will man eine neue Muschelgeneration aufbauen, die sich selbständig reproduziert.

Die sensiblen Jungtiere dienen außerdem dem sogenannten Biomonitoring: Sie sollen also helfen, geeignete Gewässerabschnitte zum Auswildern und Wiederansiedeln zu finden. Grund: Die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel gilt als Reinwasserindikator.

Zuchtbilanz 2017

Die Muschelzucht des Jahres 2017 ist mittlerweile abgeschlossen. Von den im Sommer 2016 mit Muschellarven infizierten Bachforellen konnten bis Ende Juni 2017 insgesamt ca. 18.500 bayerische und vogtländische Jungmuscheln gewonnen werden, die im Sommer/Herbst 2017 in Spezialkäfigen in die Zielgewässer gesetzt werden. Fortan in Spezialkäfigen betreut werden sie nach circa 5 Jahren eine auswilderungsfähige Größe von 1 cm haben.