Große Hilfe für kleine Attraktion

Seit dem Jahr 2012 leistet der Vogtlandkreis aktiv  große Artenschutzhilfe für eine kleine Attraktion: die akut vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel.

In einer Zuchtstation im Oberen Vogtland läuft der komplizierte Vermehrungszyklus der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera).

Die Station wurde eigens für diese Artenschutzarbeit ausgebaut. Hier kann die Zucht unter kontrollierten Bedingungen außerhalb des natürlichen Lebensraumes ablaufen.

Die Flussperlmuschel gilt als europaweit gefährdete Art.

Bundesprojekt schützt Flussmuscheln

Als Umsetzungspartner ist der Vogtlandkreis in diesem Zusammenhang an einem sächsisch-bayerischen Projekt zum Schutz zweier Großmuschelarten beteiligt:

 

  • Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera)
  • Malermuschel (Unio pictorum)

Dieses Projekt läuft seit 2015 im Vogtland, in der Lausitz und in Niederbayern. Beteiligt sind neben dem Vogtlandkreis sieben weitere Umsetzungs- und Forschungspartner. Koordinator ist die Technische Universität Dresden.

Ziele der Muschelnachzucht

Mit den im Oberen Vogtland gezüchteten Muscheln will man eine neue Muschelgeneration aufbauen, die sich selbständig reproduziert.

Die sensiblen Jungtiere dienen außerdem dem sogenannten Biomonitoring: Sie sollen also helfen, geeignete Gewässerabschnitte zum Auswildern und Wiederansiedeln zu finden. Grund: Die vom Aussterben bedrohte Flussperlmuschel gilt als Reinwasserindikator.

Zuchtbilanz 2018 - 2019


Das Jahr 2018 erbrachte mit mehr als 100.000 geernteten Jungmuscheln den bislang größten Erfolg in der vogtländischen Muschelzucht. Leider ist die Sterblichkeitsrate der äußerst empfindlichen Jungmuscheln nicht nur in der Natur, sondern auch unter halbnatürlichen Bedingungen sehr hoch. So ist nur noch ein relativ geringer Prozentsatz dieser Tiere in unseren Spezialkäfigen vorhanden und wird nun weiter gepflegt. Seit Ende März haben wir die im Vorjahr infizierten Bachforellen in der Zuchtstation. Seit der ersten Aprilwoche fallen die diesjährigen Jungmuscheln von ihren Wirtsfischen ab. Aktuell betreuen die Zuchtstation ein Mitarbeiter des Vogtlandkreises und eine über das Bundesprojekt ArKoNaVera geförderte Honorarkraft.