NATURA 2000 im Vogtland

Die Lebensräume der Tier- und Pflanzenwelt verbreiten sich unabhängig von politischen Grenzen. Die biologische Vielfalt zu erhalten, kann also nur im internationalen Miteinander gelingen. Die Staaten der Europäischen Union haben sich daher gemeinsames Agieren auf die Fahne geschrieben. Mit dem Schutzgebietssystem NATURA 2000 soll das Naturerbe künftigen Generationen erhalten bleiben. 

Auch der Freistaat Sachsen ist mit seinen Regionen - darunter ebenso das Vogtland - ein wichtiger Teil des EU-weiten Netzwerks. Maßnahmen und Fördermöglichkeiten sorgen dafür, vorkommende Arten und Lebensräume zu sichern und wo nötig zu verbessern. Das sind unter anderem Konzepte 

  • zum Artenschutz
  • zur regelmäßigen Bestandserhebung und -bewertung
  • zur verträglichen Landnutzung 

Und hier sind Sie gefragt!

Denn der Erfolg dieser Maßnahmen ist maßgeblich auch vom verantwortungsbewussten Verständnis und Engagement der Flächeneigentümer abhängig. Ebenso vom schonenden Umgang mit den geschützten Räumen durch Naturschutzvereinigungen, Flächennutzer oder die Bevölkerung

Was ist Natura 2000?

Natura 2000 ist ein EU-weites Netz von Schutzgebieten zum Erhalten gefährdeter oder typischer Lebensräume und Arten. Mit derzeit über 27.000 Schutzgebieten auf fast 20 Prozent der Fläche der EU ist Natura 2000 das größte grenzüberschreitende, koordinierte Schutzgebietsnetz weltweit. Es leistet einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt in der EU.

Wie wird Natura 2000 umgesetzt?

Als wesentlicher Bestandteil nachhaltiger Naturschutzpolitik wird Natura 2000 über zwei Richtlinien umgesetzt:

  • Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie 92/43/EWG)
  • Vogelschutzrichtlinie (Richtlinie 2009/147/EG)

Hier verpflichten sich die EU-Mitgliedsstaaten, besonders bedeutende Arten und Lebensräume durch geeignete Maßnahmen zu erhalten, wiederherzustellen und zu entwickeln. Auch Sachsen leistet dazu seinen Beitrag. Hier ist die Staatliche Betriebsgesellschaft für Umwelt und Landwirtschaft (BfUL) beauftragt, Daten im Rahmen von Monitoringmaßnahmen zu erfassen, aufzuarbeiten und den zuständigen Behörden zur Verfügung zu stellen. Die BfUL führt dazu auch im Vogtlandkreis Untersuchungen durch.

Welche Daten werden für Natura 2000 erhoben?

Im Vogtlandkreis werden die folgenden Daten erhoben:

  • Daten zu Lebensraumtypen der FFH-Richtlinie in den FFH-Gebieten:
    • Erzgebirgskamm am Großen Kranichsee
    • Syrau-Kauschwitzer Heide
    • Kemnitztal
    • Wernitzgrün
    • Schönberg
  • Naturschutzfachliche Daten in einem dauerflächengestützten Monitoring von Lebensraumtypen und Arten 
    • der FFH-Richtlinie (Fledermäuse, Flussperlmuschel)
    • der Vogelschutzrichtlinie (insbesondere Monitoring häufiger Brutvogelarten und Wasservogelzählung)

Wie werden die Daten für Natura 2000 erhoben und wann?

Die Beauftragten der Behörden führen zur Datenerhebung u.a. durch: 

  • Naturschutzfachliche Beobachtungen
  • Vermessungen
  • Bodenuntersuchungen

Sie sind hierfür befugt, die betreffenden Grundstücke zwischen 6 Uhr und 22 Uhr zu betreten. Grundstücke in der freien Landschaft oder im Wald können hierfür auch während der Nachtzeit begangen werden. Die Jagdausübung soll dadurch jedoch nicht gestört werden.